Wieviel trägt der Außenhandel zur Wirtschaftsleistung bei?

Die Verwendungsrechnung gibt Auskunft darüber, wie die inländische Wertschöpfung von den Wirtschaftssubjekten (hier privat und öffentlich zusammen) verwendet werden. Dabei unterteilt man die Verwendung des Bruttoinlandsproduktes in 3 grobe Kategorien: 1) Konsumausgaben (unterteilt in Haushalte, Unternehmen und öffentlich Hand) 2) Investitionsausgaben (unterteilt in Haushalte, Unternehmen und öffentliche Hand) 3) Die Nettonachfrage des Auslands nach inländischen Gütern (privat und öffentlich). Also setzt sich gemäß der Verwendungsrechnung das BIP eines Landes wie folgt zusammen:

BIP = Konsumausgaben + Investitionen + Außenbeitrag (Exporte – Importe)

Der deutsche Außenhandelsüberschuss bzw. Außenbeitrag, also die Differenz zwischen Exporten und Importen, betrug im Jahre 2016 etwa 252 Milliarden Euro. Das entspricht rund 8.1% der gesamten Wirtschaftsleistung. Einen deutlich höheren Anteil am BIP haben die Konsumausgaben und Investitionen.

Quellen: Destatis, eigene Berechnungen

Eine weitere Möglichkeit, um die Bedeutung des Außenhandels zu ermitteln, ist die Betrachtung der Wachstumsbeiträge der drei Komponenten. Diese geben an, wie viel Prozentpunkte des realen BIP-Wachstums eines Jahres auf die Veränderungen bei Konsum, Investitionen oder dem Außenbeitrag zurückzuführen sind. Hier zeigt sich, dass der Außenbeitrag insbesondere in den Jahren zu Beginn des neuen Jahrtausends im Vergleich zu Konsum und Investitionen relativ viel zum Wachstum des deutschen BIP beitrug. Seit der Finanzkrise hat sich dies jedoch geändert. In den letzten drei Jahren waren die (staatlichen und privaten) Konsumausgaben der stärkste Wachstumstreiber.

Quelle: Destatis

Allerdings gilt es Folgendes zu beachten: Ein negativer Außenbeitrag, bzw. ein Importüberschuss erweckt den Eindruck, dass Einfuhren aus dem Ausland die heimische Wertschöpfung verringern und somit an der Wachstumsrate der Volkswirtschaft zehren würden. Bei dieser Schlussfolgerung handelt es sich allerdings um einen Trugschluss, da Importe bereits in den Konsumausgaben oder den Investitionsausgaben miteinbezogen sind und deshalb abgezogen werden, damit sie nicht fälschlicherweise zum Konsum- bzw. den Investitionsausgaben für die inländische Produktion hinzugerechnet werden.

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